Tipps für Freelancer

 

Den letzten Winter über habe ich mein Brot verdient mit Apps animieren für einen Kinderbuch Verlag. Den Job durchzuziehen und schnell dafür bezahlt werden war diesmal dringlich, weil ich noch Schulden für einen neuen Computer abbezahlen musste. Und im Winter ist in Berlin sowieso alles grau, dachte ich mir, deshalb kann ich auch genauso gut Überstunden machen.
Die Rechnung ging nicht ganz auf, weil ich für das Projekt länger brauchte als ich dachte  –  so wurden aus Überstunden wochenlange, nein Monate lang geopferte Freizeit, irgendwann auch Schlafenszeit und am Schreibtisch verbrachte Wochenenden.
Was der Verlag von mir erwartete war, mir in meiner eigenen Zeit unbezahlt selbst das (vom Auftraggeber gestellte und relativ unbekannte) Programm anzueignen, das für den Job nötig war während die Zeit für die Deadline schon tickte; und dann in der übrig gebliebenen Zeit  –  also in etwa auf halbem Weg vor Abgabeschluss  –  noch ein perfektes Produkt pünktlich abzuliefern.
Dazu kamen schlechte Kommunikation von meinem Auftraggeber dem Verlag aus, (zu wenig Personal durch Geld Einsparungen?) und im Endeffekt ein wahnsinnig schlechter Tagessatz, von dem ein Freelancer eigentlich nicht leben kann.
(Naja, die Sorte die nur am Schreibtisch sitzt und keine Zeit mehr hat auszugehen und Geld auszugeben oder überhaupt, zu essen, vielleicht schon.)
Also, ich will hier keine Namen nennen, aber es handelt sich um einen großen, traditionellen und renommierten Verlag der dabei ist seinen digitalen Sektor aus zu bauen, und der es sich eigentlich leisten können sollte die Dinge etwas professioneller anzugehen. Das macht mich traurig.
Jedenfalls lässt mich so eine Erfahrung das Prinzip Gewerkschaft vermissen. Ich mag mein ungebundenes Leben und wünsche mir wirklich keine 40-Stunden-Woche in einem regulären Betrieb. Aber wieso gibt es keine Freelancer Gewerkschaft? ?
Ich hatte leider keine email Liste oder irgendeinen Zugriff auf die Kontakte der anderen -Illustratoren und Animatoren, die ebenso für oben erwähnten Verlag arbeiteten. Die Bedingungen waren so schlecht, dass meiner Einschätzung nach pro Projekt eine Riege Freelancer verschlissen wurde. Das Einzige, was hier helfen könnte, um Bedingungen für Illustratoren zu verbessern, wäre sich zusammen zu schließen und Forderungen zu stellen. Sonst wird einfach der nächste Freelancer rekrutiert zu solchen Bedingungen.

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